Bundeseigene Wohnungsbaugesellschaft: „Das Handwerk darf nicht nur Zaungast sein.“
20.10.2026
Bundesbauministerin Verena Hubertz treibt die Gründung einer bundeseigenen Wohnungsbaugesellschaft voran. Sie soll gegen die Krise am Bau helfen. Dazu sagt Uwe Nostitz, Präsident des Sächsischen Handwerkstages:
„In den aktuellen Plänen liegt eine große Gefahr. So will das Bundesbauministerium zum Beispiel Aufträge im großen Stil vergeben. Das bedeutet, dass große Lose ausgeschrieben werden, bei denen Generalübernehmer zum Zuge kommen. In diesem Fall fließen Geld und Gewerbesteuern nach Essen, Köln, Bielefeld oder Ludwigshafen. Denn dort sitzen die großen Baukonzerne. Die regionalen Betriebe in Sachsen wären dann nur noch Subunternehmen mit schlechteren Arbeits- und Auftragsbedingungen.
Das Ziel ist richtig. Wir brauchen dringend bezahlbaren Wohnraum. Das Handwerk darf aber nicht nur Zaungast sein, wenn gebaut wird. Gerade in der momentanen wirtschaftlichen Lage ist es wichtig, dass die kleinen und mittleren Bau- und Ausbaubetriebe zum Zuge kommen. Das kann nur gewährleistet werden, wenn Bauvorhaben in Teil- oder Fachlose vergeben werden. Wir brauchen Anreize für private Investoren, Genossenschaften und Wohnungsgesellschaften und kein Bundeskombinat.“
Hintergrund
Als größte Landeshandwerksorganisation im Osten Deutschlands vertritt der Sächsische Handwerkstag aktuell mehr als 54.000 Handwerksbetriebe, in denen etwa 280.000 Menschen beschäftigt sind. Sie erwirtschafteten im vergangenen Jahr einen Umsatz von knapp 36 Milliarden Euro.