Plastiksteuer wird den wirtschaftlichen Druck auf Handwerksbetriebe weiter erhöhen
08.10.2026
Zu den Berichten, dass die Koalitionsfraktionen von CDU/CSU und SPD eine neue Steuer auf Kunststoffverpackungen planen, sagt Uwe Nostitz, Präsident des Sächsischen Handwerkstages:
„In der aktuellen Situation brauchen wir dringend wirtschaftliches Wachstum und eine Entlastung der Unternehmen von Bürokratie und Kosten. Mit der geplanten Plastiksteuer werden diese Ziele ad absurdum geführt. Besonders widersprüchlich wird es, wenn für den Vollzug einer solchen Steuer Hunderte zusätzliche Stellen in der Verwaltung benötigt werden.
Viele Betriebe – insbesondere aus dem Lebensmittelhandwerk – können auf Verpackungen aus Hygiene- und Produktschutzgründen gar nicht verzichten. Sie müssen mit höheren Preisen für Folien, Beutel, Schalen und andere Verpackungen rechnen, wenn das Gesetz umgesetzt wird. Wer Verpackungen selbst aus dem Ausland bezieht oder herstellt, könnte zusätzlich unmittelbar steuer- und meldepflichtig werden. Damit drohen neue Kosten und neue Bürokratie für die Unternehmen, die schon heute unter enormen wirtschaftlichen Druck stehen.“
Hintergrund
Als größte Landeshandwerksorganisation im Osten Deutschlands vertritt der Sächsische Handwerkstag aktuell mehr als 54.000 Handwerksbetriebe, in denen etwa 280.000 Menschen beschäftigt sind. Sie erwirtschafteten im vergangenen Jahr einen Umsatz von knapp 36 Milliarden Euro.