„Jetzt ist die beste Zeit, ins Handwerk einzusteigen.“
05.10.2026
Von der allgemeinen Wirtschaftsflaute in Deutschland ist auch das Handwerk betroffen. Uwe Nostitz, Präsident des Sächsischen Handwerkstages, hat mit dem Portal Ostdeutschland Info darüber gesprochen, was das Handwerk jetzt braucht und was nicht.
Ein Gespräch über notwendige Rahmenbedingungen sowie über Nachwuchs und Nachfolge.
ostdeutschland.info: Herr Nostitz, es gibt über 50 Kammern für die 5,6 Millionen Handwerker in der Bundesrepublik. Wie viele Betriebe und Menschen vertritt der Sächsische Handwerkstag?
Uwe Nostitz: Der Sächsische Handwerkstag ist die Spitzenorganisation des Handwerks im Freistaat. Er vertritt die Interessen von mehr als 54.000 Handwerksbetrieben, in denen etwa 280.000 Menschen beschäftigt sind. Diese erwirtschafteten im vergangenen Jahr einen Umsatz von knapp 36 Milliarden Euro.
Die wirtschaftliche Situation in Deutschland gilt als angespannt. Wie ist die Situation bei den sächsischen Handwerksbetrieben?
Nur noch ein Drittel der Betriebe bewertet aktuell die eigene Geschäftslage mit gut. Im Frühjahr 2019 – dem letzten Jahr ohne Krisenmodus – waren es mit 70 Prozent mehr als doppelt so viele positive Bewertungen. Betroffen sind alle Gewerke.
Mit Blick auf die kommenden Monate fehlt vielen Betrieben jegliche Zuversicht, dass sich die Rahmenbedingungen entscheidend ändern werden. Die Unternehmen haben von der Politik viele Ankündigungen gehört. Im Alltag konkret davon angekommen ist bislang nichts.
Nur noch ein Drittel der Handwerksbetriebe bewertet die eigene Geschäftslage mit gut. 2019 waren es 70 Prozent.“ Das drückt auf die Erwartungshaltung. 30 Prozent rechnen in den kommenden Monaten mit schlechter laufenden Geschäften (2019: sieben Prozent). Lediglich 16 Prozent setzen darauf, dass sich die wirtschaftliche Lage ins Positive dreht.