Handwerk und Mittelstand in Ostdeutschland brauchen besondere Aufmerksamkeit

29.07.2026

Uwe Nostitz, Präsident des Sächsischen Handwerkstages, zur Ost-West-Debatte

„Demografischer Wandel, Fachkräftemangel, Energiepreise, Investitionsverhalten: Das sächsische Handwerk und der Mittelstand stehen im Vergleich zu westdeutschen Regionen vor besonderen Herausforderungen. Insofern hat Ministerpräsident Michael Kretschmer recht mit seiner Aussage, dass die Entwicklung der ostdeutschen Wirtschaft eine besondere Aufmerksamkeit benötige. Ansonsten laufen wir Gefahr, den Anschluss zu verlieren. Das hat der ifo-Wettbewerbsreport unlängst gezeigt.

Es fehlt im Osten vor allem an privaten Investitionen. Umso wichtiger ist es, dass die Konjunkturprogramme von Bund und Ländern endlich ins Laufen kommen und die Verbraucher signifikant entlastet werden. Die vorgelegten Reformen reichen nicht aus, um aus der Talsohle herauszukommen.

Die Bundesregierung muss genau zuhören, wenn es um die ostdeutschen Interessen geht und daraus lernen. Das gilt auch für die künftige EU-Förderung. Wir dürfen dabei nicht unter die Räder kommen. Überzeugende Lösungen und eine eigene Programmatik: Das erwarten wir von der Koalition in Berlin.“  

 

Hintergrund

Als größte Landeshandwerksorganisation im Osten Deutschlands vertritt der Sächsische Handwerkstag aktuell mehr als 54.000 Handwerksbetriebe, in denen etwa 280.000 Menschen beschäftigt sind. Sie erwirtschafteten im vergangenen Jahr einen Umsatz von knapp 36 Milliarden Euro.

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