„Ein erster Schritt – aber kein großer Sprung“

02.07.2026

Zu den aktuellen Beschlüssen des Koalitionsausschusses sagt Uwe Nostitz, Präsident des Sächsischen Handwerkstages:

„Das Reformpaket ist nicht der „große Sprung nach vorn“, wie es Bundeskanzler Friedrich Merz angekündigt hat. Die kleinen und mittleren Handwerksunternehmen haben sich hier mehr Mut zu Veränderungen gewünscht. Die angekündigten Maßnahmen sind vielmehr erste Schritte in die richtige Richtung, denen aber noch viele weitere folgen müssen.

Die Entlastung bei der Einkommensteuer bleibt hinter den Erwartungen zurück. Sie wird nicht ausreichen, um die private Nachfrage anzukurbeln und echte Wachstumsimpulse zu setzen. Kontraproduktiv ist in dem Punkt die Reduzierung der steuerlichen Absetzbarkeit von Handwerkerleistungen auf 15 Prozent.

In den Maßnahmen ist auch nicht erkennbar, wie die Sozialabgaben von derzeit rund 43 Prozent begrenzt werden sollen. Für die 54.000 Handwerksbetriebe in Sachsen ist das aber ein signifikanter Kostenfaktor. Hier muss die Bundesregierung dringend nachbessern.

Ein Licht am Horizont gibt es beim Bürokratieabbau. ‚Kontrolle runter, Haftung bei Verstößen rauf‘, ist der neue politische Leitsatz. Hier stimmt die Richtung. Wir werden am Ende aber erst sehen, welche Pflichten und Dokumentationen wirklich abgeschafft werden.“

Hintergrund
Als größte Landeshandwerksorganisation im Osten Deutschlands vertritt der Sächsische Handwerkstag aktuell mehr als 54.000 Handwerksbetriebe, in denen etwa 280.000 Menschen beschäftigt sind. Sie erwirtschafteten im vergangenen Jahr einen Umsatz von knapp 36 Milliarden Euro.

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