Handwerk erwartet von Sachsen mehr Druck auf Berlin
22.05.2026
Der Freistaat Sachsen soll über den Bundesrat noch mehr Druck auf die Bundesregierung ausüben. Das ist eine Forderung, über die beim Frühlingsempfang des Sächsischen Handwerks in Dresden diskutiert wurde. Zuletzt hatte Sachsen einige Initiativen in der Länderkammer mit Erfolg angeschoben oder begleitet.
„Viele Handwerksbetriebe stehen mit dem Rücken zur Wand. Sie machen sich große Sorgen, ob ihre Geschäftsmodelle in Zukunft noch aufgehen“, sagte Uwe Nostitz, Präsident des Sächsischen Handwerkstages am Donnerstagabend. „Die Unternehmen brauchen jetzt Ergebnisse, die in den Backstuben, Ladengeschäften und Werkstätten ankommen.“
Hier finden Sie die Fotoimpressionen vom Abend.
Dabei ist klar, wo die Hebel liegen: Investitionen müssen steigen und die Arbeits- und Sozialkosten sinken. Insbesondere die rund 15.0000 Bau- und Ausbauunternehmen waren lange Zeit die Zugpferde der sächsischen Konjunktur. Jetzt sind sie die Sorgenkinder. Preissteigerungen bei Baustoffen, hohe Energie- und Spritkosten sowie die immer noch ausufernde Bürokratie belasten das Geschäft. Über all dem steht die große Sorge, dass der Bauwirtschaft wegen der schleppenden Konjunktur die Mitarbeiter verloren gehen.
„Es ist erfreulich, dass die Zahl der Baugenehmigungen steigt. Eine Genehmigung ist aber noch kein Spatenstich und erst recht keine fertige Wohnung“, warnt Uwe Nostitz. „Das Zinsniveau ist vergleichsweise hoch. Zudem haben sich die Baukosten pro Quadratmeter in den letzten 20 Jahren mehr als verdoppelt. Nicht jedes genehmigte Vorhaben wird in die Realität umgesetzt.“
Mit dem Zukunftspaket I hat der Freistaat Sachsen wichtige Impulse auf Landesebene gesetzt. Weitere sind dringend nötig, um aus dem Negativtrend herauszukommen.
Hintergrund:
Als größte Landeshandwerksorganisation im Osten Deutschlands vertritt der Sächsische Handwerkstag aktuell mehr als 54.000 Handwerksbetriebe, in denen etwa 280.000 Menschen beschäftigt sind. Sie erwirtschafteten im vergangenen Jahr einen Umsatz von knapp 36 Milliarden Euro.