Handwerk in Sachsen: So viele Meisterabsolventen wie seit zehn Jahren nicht mehr
17.04.2026
Insgesamt 823 Frauen und Männer haben im Jahr 2025 in Sachsen ihren Handwerksmeisterbrief erworben. Das waren so viele Absolventen wie seit zehn Jahren nicht mehr. Im Vergleich zum Jahr 2024 ist das eine Steigerung von rund 14 Prozent. 2023 waren es 694 Meisterabschlüsse.
Die beliebtesten Meisterkurse 2025 entfielen auf das Kfz-Gewerbe sowie auf die Berufe Installateur und Heizungsbauer, Elektrotechniker, Zimmerer, Tischler, Friseure, Metallbauer und Maurer und Betonbauer. Seit der Wiedervereinigung haben über alle Gewerbegruppen hinweg mehr als 44.600 Handwerker ihren Meisterabschluss im Freistaat erfolgreich absolviert.
„Die Landesregierung hatte vor kurzem ein klares Bekenntnis für die berufliche Bildung gegeben und den Meisterbonus auf 3.000 Euro erhöht. Dieses Zeichen war dringend nötig. Wir brauchen in Zukunft noch mehr Meisterabsolventen“, sagt Uwe Nostitz, Präsident des Sächsischen Handwerkstages.
Rund 19.000 Handwerksbetriebe in Sachsen stehen in den kommenden zehn Jahren vor der Übergabe. Bislang strebt aber nur etwa jeder dritte Meisterabsolvent die Selbstständigkeit an. Die wirtschaftlichen Unsicherheiten seit der Corona-Pandemie und vor allem die enormen Bürokratieanforderungen schrecken junge Menschen zunehmend ab, sich selbstständig zu machen.
„Hinter den 19.000 zu übergebenden Unternehmen stehen rund 78.000 Arbeitsplätze und ein Umsatzvolumen von etwa 12,6 Milliarden Euro. Es geht hier nicht nur um die Zukunft des Handwerks. Es geht hier um die Zukunft der sächsischen Wirtschaft“, mahnt Uwe Nostitz. „Wir müssen die Bürokratie drastisch zurückfahren und alle Hebel in Bewegung setzen, um Wirtschaftswachstum zu genieren. Wir brauchen einen echten Mentalitätswechsel, sonst laufen wir Gefahr, dass die Unternehmen für immer schließen“, warnt der Bauunternehmer.
Hintergrund: Der Sächsische Handwerkstag vertritt mehr als 54.000 Handwerksbetriebe, in denen etwa 280.000 Menschen beschäftigt sind. Sie erwirtschafteten im vergangenen Jahr einen Umsatz von knapp 36 Milliarden Euro.