Sächsisches Handwerk fordert die Einführung eines Gewerbediesels
07.04.2026
„Die Maßnahmen der Bundesregierung reichen nicht aus, um die Spritpreise zu senken. Deshalb fordern wir analog zum Agrardiesel die sofortige Einführung eines Gewerbediesels. Damit könnte das Tanken für gewerbliche Zwecke begünstigt werden“, sagt Uwe Nostitz, Präsident des Sächsischen Handwerkstages.
„Eine Entlastung der gewerblichen Wirtschaft ist in der derzeitig angespannten Situation dringend nötig. Wir brauchen keine Debatten, sondern Lösungen. Logistikketten, Fuhrparks und Baumaschinen werden fast ausschließlich mit Diesel betrieben. Die Kosten laufen aus dem Ruder und verteuern am Ende viele Produkte und Dienstleistungen. Die Sorge in den Handwerksunternehmen ist groß, dass die Nachfrage einbricht oder Projekte auf die lange Bank verschoben werden“, so der Diplom-Bauingenieur.
Generell sollte die Politik aus seiner Sicht mehr auf die Wissenschaft hören. "Ökonomen hatten davor gewarnt, dass die neue Regel, wonach Tankstellen die Preise nur noch einmal am Tag mittags um 12 Uhr erhöhen, aber beliebig oft senken dürfen, nicht zum Erfolg führt. Stattdessen plädierten sie dafür, den Spieß umzudrehen, also das die Preise nur noch einmal am Tag gesenkt werden dürfen. Damit wären die Unternehmen gezwungen, den Preis auf das niedrigste für sie noch rentable Niveau zu setzen, da sie den Preis der Konkurrenz nicht kennen“, so Nostitz.
Hintergrund: Als größte Landeshandwerksorganisation im Osten Deutschlands vertritt der Sächsische Handwerkstag aktuell mehr als 54.000 Handwerksbetriebe, in denen etwa 280.000 Menschen beschäftigt sind. Sie erwirtschafteten im vergangenen Jahr einen Umsatz von knapp 36 Milliarden Euro.