So viele ausländische Azubis im Handwerk wie noch nie

06.03.2026

Zahlen in sächsischen Unternehmen steigen auf Höchststand / Bäcker- und Kfz-Branche besonders beliebt / Größte Hürde bleibt Spracherwerb

Mehr als 1.020 junge Ausländer werden derzeit in sächsischen Handwerksbetrieben ausgebildet. Das sind so viele Frauen und Männer wie noch nie. Zum Vergleich: 2022 waren es 620, 2024 bereits 751. Besonders beliebt sind die Berufe Fachverkäufer im Lebensmittelhandwerk, Kfz-Mechatroniker, Friseur, Elektroniker und Bäcker. Die Auszubildenden kommen zum wesentlichen Teil aus Vietnam (Arbeitsmigration), Syrien, der Ukraine, Venezuela, Afghanistan und dem Irak (alle Fluchtmigration), wie aus den Zahlen der Handwerkskammern Chemnitz, Dresden und zu Leipzig hervorgeht.

„Das Handwerk trägt maßgeblich zur Integration im Freistaat bei“, sagt Uwe Nostitz, Präsident des Sächsischen Handwerkstages (SHT). „Das ist angesichts des demografischen Zustandes unserer Gesellschaft auch besonders wichtig.“

So erhielten im Jahr 2024 insgesamt 47.142 Menschen in Sachsen erstmals eine Altersrente der gesetzlichen Rentenversicherung*. Zum Vergleich: Laut Statistik gab es im selben Jahr knapp 34.000 Schulabgänger. Hinzu kommt eine seit Jahren sinkende Geburtenrate. Die Arbeits- und Fachkräftelücke wird perspektivisch steigen.

Das Handwerk in Sachsen stellt sich dieser Herausforderung. Mehr als 5.900 junge Menschen begannen im letzten Jahr eine Ausbildung in einem handwerklichen Beruf. Das war ein Plus von 5,9 Prozent gegenüber 2024. „Die Zahlen sind sehr erfreulich. Dennoch werden wir weiter auf qualifizierte Zuwanderung angewiesen sein, um den Bedarf zu decken“, so Uwe Nostitz. Das Handwerk stehe bereit, seinen Anteil an der gesamtgesellschaftlichen Aufgabe zu leisten. „Dafür brauchen die Unternehmen vor allem Verlässlichkeit und Rechtssicherheit.“

Die größte Hürde bei der Integration bleibt der Spracherwerb. Für den Berufsschulunterricht, das Verstehen von Arbeits- und Sicherheitsanweisungen oder die Kommunikation mit Kunden, Kollegen und Vorgesetzten sind fundierte Deutschkenntnisse unerlässlich“, erklärt der Bauunternehmer. 

* Quelle: Deutsche Rentenversicherung Mitteldeutschland

Hintergrund:

Als größte Landeshandwerksorganisation im Osten Deutschlands vertritt der Sächsische Handwerkstag aktuell mehr als 54.000 Handwerksbetriebe, in denen etwa 280.000 Menschen beschäftigt sind. Sie erwirtschafteten im vergangenen Jahr einen Umsatz von knapp 36 Milliarden Euro.

« zurück