Zu Erkenntnissen des Instituts für Weltwirtschaft (IfW), Kiel, zu Auswirkungen der Grunderwerbsteuer-Höhe auf Aufträge und Umsatz im Wohnungsbau

06.03.2023

Statement von Jörg Dittrich

„Es hat sich herumgesprochen: Bei Baubetrieben gehen immer weniger neue Aufträge ein. Bereits 2022 sanken Aufträge und Umsätze preisbereinigt im Vergleich zum Vorjahr deutlich. Am härtesten hiervon betroffen: der Wohnungsbau!

Hohe Finanzierungs- und Baustoffkosten und mittlerweile wieder steigende Zinsen an den Kapitalmärkten hemmen Investitionen. Aber auch der Staat ist an dieser Misere offenbar nicht unschuldig.

Wie Kieler Wirtschaftsforscher in einer soeben bekanntgewordenen Analyse herausfanden, wurden 2022 in den Ländern Bayern und Sachsen infolge relativ niedriger Grunderwerbsteuern deutlich mehr Wohnungen gebaut als in vergleichbaren Bundesländern mit höheren Sätzen. – Eine weitere interessante Erkenntnis: Staatliche Mehreinnahmen durch eine höhere Grunderwerbsteuer reichen längst nicht aus, um in dem Umfang staatlichen Wohnungsbau zu finanzieren, wie er durch die Steuererhöhung privatwirtschaftlich verloren geht.

Eine niedrige Grunderwerbsteuer, so die IfW-Forscher, trägt effektiv dazu bei, sowohl den Wohnungsneubau zu beleben als auch generell der Bauwirtschaft in Zeiten steigender Preise und Zinsen aus dem Konjunkturtief zu verhelfen.

Aus Handwerkssicht ist folglich nur zu bedauern, dass Sachsen den Grunderwerbsteuersatz zum 1. Januar 2023 von 3,5 auf 5,5 Prozent angehoben hat. In Bayern gilt bundesweit der niedrigste Grunderwerbsteuersatz von 3,5 Prozent; alle anderen Bundesländer liegen zwischen 5 und 6,5 Prozent.

Wir appellieren dringend an die sächsische Landesregierung und an die Kommunen, sowohl das Bauen als auch die Grundstücke nicht weiter zu verteuern. Deshalb sollte auch bei der Grundsteuer Augenmaß gewahrt werden. Leidtragende sind ansonsten nicht nur private Bauherren und jene im sozialen Wohnungsbau, sondern ebenso Handwerk und Mittelstand, die die Steuern für einen prosperierenden Wirtschaftsstandort Sachsen erwirtschaften.“

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