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Interview:
Uwe Fröhlich, Bundesverband Volks- und Raiffeisenbanken
Genossenschaftsbanken
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Marktanteil-Plus
Die weltweite Krise auf den Finanzmärkten beunruhigt kleine
und mittlere Unternehmen aus Handwerk und Mittelstand. Nicht wenige
Unternehmer befürchten, als Gewerbekunden bei Kreditinstituten jetzt noch
schwerer Kapital für betriebliche Investitionen zu erhalten. In einem
Kurzinterview für die Handwerkspresse äußerte sich hierzu Uwe Fröhlich, seit
kurzem Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und
Raiffeisenbanken (BVR), Berlin.
„Volks- und Raiffeisenbanken steigern in Finanzkrise Marktanteile“, titelte
unlängst Ihr Verband. Hat das Finanzmarkt-Debakel bei Genossenschaftsbanken
keine Spuren hinterlassen?
Wir sind uns durchaus der krisenhaften Situation an den Finanzmärkten
und der zu erwartenden Auswirkungen auf die Realwirtschaft bewusst. Und doch
erfreuen sich unsere Volksbanken und Raiffeisenbanken vieler neuer Kunden.
Dank eines stabilen Einlagenüberhangs, einer dadurch geringeren Abhängigkeit
von Refinanzierungen am Kapitalmarkt konnten unsere Banken ihr
Kreditgeschäft mit Firmenkunden im ersten Halbjahr 2008 um 3,1 Prozent
ausweiten – also stärker als die übrige deutsche Kreditwirtschaft.
Gleichwohl registrieren Sie für die Genossenschaftsbanken in
den vergangenen Jahren eine eher rückläufige Kreditnachfrage. Was tun die
Institute, um neue Gewerbekunden auch aus dem Handwerk zu gewinnen?
Die aktuell nur mäßige Kreditnachfrage bei Unternehmen ist auf den
schwachen inländischen Absatzmarkt zurückzuführen. Dies wirkt sich natürlich
dämpfend auf Investitionen und damit auf die Nachfrage nach Finanzmitteln
aus, darunter auch im Handwerk.
Um neue Kunden zu gewinnen, setzen Genossenschaftsbanken auch künftig
auf Kundennähe und Kundenorientierung, Kompetenz und Fairness. Diese gelebte
Kultur eines Miteinanders von Genossenschaftsbank und (Gewerbe-)Kunde ist
für uns ein Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen Anbietern. Ein weiterer
Baustein ist die Existenzgründerberatung. Solche Vorhaben, die überzeugend
und aussichtsreich sind, werden von Volksbanken und Raiffeisenbanken
tatkräftig unterstützt.
Die Wirtschaftlichkeit im genossenschaftlichen Kreditsektor
konnte nach Verbandsangaben in jüngster Zeit nicht zufrieden stellen. Sind
sächsische Volks- und Raiffeisenbanken möglicherweise besonders gefordert,
hier gegenzusteuern?
Sie nennen ein Problem, das alle inländischen Kreditinstitute
gleichermaßen betrifft. Auswirkungen der Finanzmarktturbulenzen, intensiver
Wettbewerb und eine anhaltend flache Zinsstrukturkurve verschärfen die
Ertragslage aller Banken. Gestiegene kurzfristige Zinsen und das schwache
Börsenumfeld belasten die Ertragsseite zusätzlich.
2007 lag die Aufwands-Ertrags-Relation aller deutschen
Kreditgenossenschaften bei 70,5 Prozent. Die der Kreditgenossenschaften in
Sachsen konnte in den zurückliegenden Jahren von Werten um 80 Prozent auf
inzwischen knapp über 70 Prozent verbessert werden. Generell sind alle
genossenschaftlichen Kreditinstitute gefordert, das Geschäftsvolumen
nachhaltig auszubauen, aber auch –durch standardisierte Bearbeitung von
Bankprozessen – Kosten weiter zu senken. (Interview: Frank Wetzel)
(Interview: Frank Wetzel) |