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Interview:
„Handwerk und Kirche“-Beauftragter Wolfgang
Bauer
Handwerkergottesdienst in Annaberg-Buchholz
Zu einem großen Handwerkergottesdienst
lädt der Arbeitskreis „Handwerk und Kirche“ der Evangelisch-Lutherischen
Landeskirche Sachsens alle Handwerkerinnen, Handwerker und Gewerbetreibende
am Sonntag, 17. Juni 2007, 9.00 Uhr, in die St.-Annenkirche
(Bergmannsdom) nach Annaberg-Buchholz ein. Die Predigt wird Superintendent
Michael Führer halten. Über Einzelheiten des Programms an diesem Tag, aber
auch zur weiteren Tätigkeit des seit Jahren aktiven Arbeitskreises äußerte
sich Wolfgang Bauer, Sozialsekretär im Kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt
der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens, im Gespräch für die Landesausgaben von
„Deutscher Handwerks Zeitung“ und „Deutschem Handwerksblatt“.
Handwerkergottesdienste dieser
Größenordnung, an wechselnden Orten mit Unternehmern aus ganz Sachsen
veranstaltet, haben hierzulande Tradition…
Für uns sind solche Veranstaltungen in
der Tat eine gute Möglichkeit, die seit jeher enge Verbundenheit von
Handwerk und Kirche öffentlich zu bekunden. Handwerker und ihre Familien
sind im Alltag Einzelkämpfer. Ermutigung und Vergewisserung eines
Gottesdienstes wirken ins Alltagsleben hinein. Daher freuen wir uns auf
Annaberg und laden herzlich ein. Der ganze Tag steht diesmal unter dem
Motto: „Befiehl dem Herrn deine Werke, so wird dein Vorhaben gelingen!“
Was ist für diesen Tag konkret
geplant?
Wir sind zwar noch in der
Vorbereitung, aber fest steht schon jetzt, dass es im Anschluss an den
Gottesdienst in der Kirche eine Führung mit dem amtierenden Pfarrer Karsten
Loderstädt geben wird. Danach haben wir in der nahe gelegenen Bergkirche bei
einem Imbiss eine „Stunde der Begegnung“ vorgesehen. Hier wollen wir mit
Kultusminister Steffen Flath, Kommunalpolitikern aus dem Erzgebirge sowie
mit Vertretern aus Handwerk und Kirche über Konsequenzen der Bildungspolitik
für die handwerkliche Berufsbildung junger Menschen ins Gespräch kommen.
Außer solchen Höhepunkten bietet
„Handwerk und Kirche“ in erster Linie regional – Erzgebirge, Chemnitz,
Dresden, Vogtland, Leipzig-Nord und Leipzig-Süd – Möglichkeiten für
Informations- und Erfahrungsaustausch. Gespräche zu Lebens- und
Glaubensfragen, Betriebsbesuche bei Handwerkern und Ausflüge zu
Sehenswürdigkeiten gehören dazu. Was lockt Handwerker besonders?
Die Aktivitäten in den einzelnen
Regionen sind, wie wir feststellen, unterschiedlich stark. Zudem treffen
manche Angebote nur den Nerv von fünf, sechs Handwerkern, andere wiederum –
wie unlängst der Besuch der Synagoge in Dresden – ziehen gleich einmal 60
Leute in den Bann. Übrigens: Nach Annaberg soll es im nächsten Jahr einen
großen Handwerkergottesdienst in der Dresdner Frauenkirche geben.
Ende 2003 verabschiedete die
Bundesarbeitsgemeinschaft Handwerk und Kirche in Kohren-Sahlis eine
Erklärung, in der die Politik zu deutlich mehr Einsatz für Handwerk und
Mittelstand aufgefordert wird. Hat sich aus Sicht der Kirche die Lage
seither verbessert?
Zumindest die Stimmung in der
heimischen Wirtschaft hat sich zum Positiven gewandelt. In der praktischen
Politik allerdings scheint es noch immer so zu sein, dass man sich eher um
Wohl und Wehe von Großunternehmen kümmert. Allerdings legt die jetzige
Bundesregierung gegenüber den Forderungen kleiner und mittlerer Unternehmen
deutlich mehr Aufgeschlossenheit an den Tag. Offenbar für viele Handwerker
ein großes Ärgernis ist nach wie vor der Verfall von Zahlungssitten im
Geschäftsalltag, wie ich immer wieder höre.
(Gespräch: Frank Wetzel)
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