Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens veranstaltet großen Handwerker-Gottesdienst in Annaberg-Buchholz
In einem Interview für die Handwerkspresse hat der Beauftragte für den Arbeitskreis "Handwerk und Kirche" der Ev.-Lutherischen Landeskirche Sachsens, Wolfgang Bauer, für eine rege Teilnahme am Großen Handwerker-Gottesdienst 2007 im erzgebirgischen Annaberg-Buchholz geworben. Veröffentlicht wurde der Beitrag jeweils in der Sachsen-Ausgabe der Deutschen Handwerks Zeitung (DHZ) vom 25. Mai 2007 bzw. des Deutschen Handwerksblatts vom 17. Mai 2007.

Wir dokumentieren hiermit den Wortlaut des Interviewtextes:

Interview: „Handwerk und Kirche“-Beauftragter Wolfgang Bauer

Handwerkergottesdienst in Annaberg-Buchholz   

 Zu einem großen Handwerkergottesdienst lädt der Arbeitskreis „Handwerk und Kirche“ der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens alle Handwerkerinnen, Handwerker und Gewerbetreibende am Sonntag, 17. Juni 2007, 9.00 Uhr, in die St.-Annenkirche (Bergmannsdom) nach Annaberg-Buchholz ein. Die Predigt wird Superintendent Michael Führer halten. Über Einzelheiten des Programms an diesem Tag, aber auch zur weiteren Tätigkeit des seit Jahren aktiven Arbeitskreises äußerte sich Wolfgang Bauer, Sozialsekretär im Kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens, im Gespräch für die Landesausgaben von „Deutscher Handwerks Zeitung“ und „Deutschem Handwerksblatt“.

  Handwerkergottesdienste dieser Größenordnung, an wechselnden Orten mit Unternehmern aus ganz Sachsen veranstaltet, haben hierzulande Tradition…

  Für uns sind solche Veranstaltungen in der Tat eine gute Möglichkeit, die seit jeher enge Verbundenheit von Handwerk und Kirche öffentlich zu bekunden. Handwerker und ihre Familien sind im Alltag Einzelkämpfer. Ermutigung und Vergewisserung eines Gottesdienstes wirken ins Alltagsleben hinein. Daher freuen wir uns auf Annaberg und laden herzlich ein. Der ganze Tag steht diesmal unter dem Motto: „Befiehl dem Herrn deine Werke, so wird dein Vorhaben gelingen!“

  Was ist für diesen Tag konkret geplant?

  Wir sind zwar noch in der Vorbereitung, aber fest steht schon jetzt, dass es im Anschluss an den Gottesdienst in der Kirche eine Führung mit dem amtierenden Pfarrer Karsten Loderstädt geben wird. Danach haben wir in der nahe gelegenen Bergkirche bei einem Imbiss eine „Stunde der Begegnung“ vorgesehen. Hier wollen wir mit Kultusminister Steffen Flath, Kommunalpolitikern aus dem Erzgebirge sowie mit Vertretern aus Handwerk und Kirche über Konsequenzen der Bildungspolitik für die handwerkliche Berufsbildung junger Menschen ins Gespräch kommen.

  Außer solchen Höhepunkten bietet „Handwerk und Kirche“ in erster Linie regional – Erzgebirge, Chemnitz, Dresden, Vogtland, Leipzig-Nord und Leipzig-Süd – Möglichkeiten für Informations- und Erfahrungsaustausch. Gespräche zu Lebens- und Glaubensfragen, Betriebsbesuche bei Handwerkern und Ausflüge zu Sehenswürdigkeiten gehören dazu. Was lockt Handwerker besonders?

  Die Aktivitäten in den einzelnen Regionen sind, wie wir feststellen, unterschiedlich stark. Zudem treffen manche Angebote nur den Nerv von fünf, sechs Handwerkern, andere wiederum – wie unlängst der Besuch der Synagoge in Dresden – ziehen gleich einmal 60 Leute in den Bann. Übrigens: Nach Annaberg soll es im nächsten Jahr einen großen Handwerkergottesdienst in der Dresdner Frauenkirche geben.

  Ende 2003 verabschiedete die Bundesarbeitsgemeinschaft Handwerk und Kirche in Kohren-Sahlis eine Erklärung, in der die Politik zu deutlich mehr Einsatz für Handwerk und Mittelstand aufgefordert wird. Hat sich aus Sicht der Kirche die Lage seither verbessert?

  Zumindest die Stimmung in der heimischen Wirtschaft hat sich zum Positiven gewandelt. In der praktischen Politik allerdings scheint es noch immer so zu sein, dass man sich eher um Wohl und Wehe von Großunternehmen kümmert. Allerdings legt die jetzige Bundesregierung gegenüber den Forderungen kleiner und mittlerer Unternehmen deutlich mehr Aufgeschlossenheit an den Tag. Offenbar für viele Handwerker ein großes Ärgernis ist nach wie vor der Verfall von Zahlungssitten im Geschäftsalltag, wie ich immer wieder höre.

(Gespräch: Frank Wetzel)