Termine

26. Mai 2016
14.30 Uhr | Dresden

1. Ordentliche Mitgliederversammlung 2016 des Sächsischen Handwerkstages (Teilnahme auf Einladung)

18.00 Uhr | Dresden

Frühlingsempfang des Sächsischen Handwerkstages (Teilnahme auf Einladung)

13. Juni 2016
10.00 Uhr | Dresden

Halbjahrespressekonferenz des Sächsischen Handwerkstages (u.a. mit Präsentation von Ergebnissen der Frühjahrskonjunkturumfrage 2016 im Handwerk)

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Kollegium „Lehrstellen und Fachkräfte für Sachsen“

Ausbildungsoffensive 2004
„Zukunft braucht Ausbildung“

In gemeinsamer Verantwortung engagieren sich im Kollegium „Lehrstellen und Fachkräfte für Sachsen“ Landtag, Staatsregierung, Sozialpartner, Kammern und die Agenturen für Arbeit dafür, dass junge Menschen, die die Schule abgeschlossen haben, eine berufliche Perspektive erhalten. Ausbildung in gemeinsamer gesellschaftlicher Verantwortung von Staat, Wirtschaft und gesellschaftlichen Institutionen steht in einem unmittelbaren Zusammenhang mit Beschäftigung und wirtschaftlicher Entwicklung. Öffentliche und private Arbeitgeber schließen nur dann Ausbildungsverträge ab, wenn sie eine stabile und berechenbare Prognose ihrer Unternehmensentwicklung treffen können. Voraussetzung dafür ist eine berechenbare wirtschafts-freundliche wachstumsorientierte Politik. Von der Ausbildung und Qualifizierung junger Menschen hängt die Zukunftsfähigkeit und Innovationskraft Sachsens ab. Die dringend benötigten Fachkräfte müssen bereits heute ausgebildet werden.

Das Kollegium fordert von der Bundesregierung eine wachstumsorientierte beschäftigungs- und damit ausbildungsfördernde Wirtschaftspolitik. Die Sozialpartner sollen sich um Rahmenbedingungen bemühen, die eine Erhöhung der betrieblichen Angebote an Ausbildungsplätzen und Verbundlösungen ermöglichen.

Es ist ferner der Auffassung, dass Eltern gemeinsam mit Kindertagesstätten und Schulen die Kinder und Jugendlichen so erziehen und bilden sollen, dass sie die erforderlichen Sozialkompetenzen sowie die Befähigung und Bereitschaft zur beruflichen Ausbildung erhalten. Angebote der Jugendhilfe sind gegebenenfalls ergänzend einzubeziehen.

Das Kollegium wird die gemeinsam getragene sächsische Ausbildungsoffensive fortsetzen. Allen ausbildungswilligen und ausbildungsfähigen jungen Menschen soll ein Ausbildungsangebot unterbreitet werden. Dabei bleibt die Vermittlung in die duale Berufsausbildung vorrangig. Auch Jugendliche mit eingeschränkten Vermittlungschancen sollen Perspektiven für den Einstieg in die berufliche Ausbildung und das Berufsleben erhalten.

Die im Kollegium vertretenen Partner streben an, die jeweiligen Ausbildungsleistungen des Jahres 2003 auf mindestens gleichem Niveau auch im Jahr 2004 zu erbringen. Das heißt im Einzelnen:

  • Die sächsische Wirtschaft und die freien Berufe setzen sich dafür ein, dass eine entsprechende Anzahl betrieblicher Ausbildungsplätze zur Verfügung gestellt wird.
  • Der Freistaat Sachsen wird für die Laufbahnen des mittleren und gehobenen Dienstes sowie in Berufen nach BBiG/HwO insgesamt 864 Ausbildungsplätze, gegenüber dem Vorjahr 117 Plätze mehr, anbieten
  • Wie im Vorjahr werden 3020 betriebsnahe Ausbildungsplätze im Rahmen des Bund –Länder-Ausbildungsprogramms Ost 2004, umgesetzt in der von Bund und ESF kofinanzierten Gemeinschaftsinitiative Sachsen (GISA), besetzt werden können. Sofern eine entsprechende Nachfrage von geeigneten Bewerbern besteht und nachgewiesen wird, wird die GI-SA um bis zu 100 Plätze durch den Freistaat Sachsen, kofinanziert aus Mitteln des ESF, aufgestockt werden.
  • Die Agenturen für Arbeit bieten ebenfalls Maßnahmen zur Berufsvorbereitung an. Für die Maßnahmekosten allgemeiner berufsvorbereitender Maßnahmen sollen ab Herbst 2004 in Sachsen ca. 6.300 neue Teilnehmerplätze bereitgestellt werden. Dafür stehen im Haushaltsjahr 2004 34,8 Mio. € an Ausgabemitteln zur Verfügung. Das entspricht etwa der Größenordnung des Vorjahres.
  • Da sich jedoch die berufliche Qualifizierung der Jugendlichen in Sachsen vorerst noch nicht ausschließlich durch die duale Berufsausbildung realisieren lässt, halten die öffentlichen berufsbildenden Schulen und die berufsbildenden Schulen in freier Trägerschaft im Rahmen der verfügbaren Ressourcen Bildungsangebote zur Berufsausbildung Berufsgrundbildung, Berufsvorbereitung und Studienqualifizierung vor.

Dies sind:

  • Angebote der schulischen Berufsausbildung (Berufsfachschulen) einschließlich der Angebote zur Ausbildung in den Gesundheitsfachberufen sowie
  • Angebote der schulischen beruflichen Grundbildung als erstes Jahr der Ausbildung in einem anerkannten Ausbildungsberuf (schulisches Berufsgrundbildungsjahr, einjährige Berufsfachschule) mit dem Ziel der Anrechnung auf die Ausbildungszeit in einem anerkannten Ausbildungsberuf,
  • Angebote der schulischen Berufsvorbereitung mit der Orientierung auf eine zielgruppenoptimierte Berufsausbildungsvorbereitung und,
  • Angebote studienqualifizierender Bildungsgänge (zweijährige Fachoberschule, Berufliches Gymnasium).

Der Freistaat Sachsen wird die Programme zur Förderung der Beruflichen Erstausbildung im gleichen Umfang wie im Vorjahr fortführen. Dies betrifft insbesondere die Förderung erstmals ausbildender Unternehmen, der Verbundausbildung und der über-betrieblichen Lehrunterweisung im Handwerk, des Erwerbs von Zusatzqualifikationen und der Anrechnung des Berufsgrundbildungsjahres. Darüber hinaus wird er zur strukturellen Verbesserung der Ausbildungsbereitschaft bei kleinen und mittleren Unternehmen in den kommenden Jahren bis zu 7 Mio. € zur Unterstützung von Fachkräftenetzwerken zur Verfügung stellen. Im Rahmen der ESF-Förderung wird ein neuer Förderschwerpunkt „Zusammenarbeit zwischen Schule und Wirtschaft“ eingerichtet, der die bessere Berufsorientierung der Jugendlichen zum Ziel hat. Informationen zu den besten Kooperationen werden auf dem sächsischen Schulserver verfügbar gemacht.

Optimale Vermittlung in Ausbildung setzt eine genaue und aktuelle Kenntnis über alle vorhandenen Qualifizierungsangebote als auch deren individueller Nachfrage voraus. Das Kollegium vereinbart, dass Kammern, Agenturen für Arbeit und Regionalschulämter, entsprechend den gesetzlichen und datenschutzrechtlichen Regelungen, Daten über die bisher unvermittelten Jugendlichen austauschen, um jedem Jugendlichen ein Angebot auf einen Ausbildungsplatz in der dualen Ausbildung oder ein berufsqualifizierendes Bildungsangebot an einer berufsbildenden Schule oder ein anderes Qualifizierungsangebot zu unterbreiten.

Andere Qualifizierungsangebote können zum Beispiel die vom Freistaat Sachsen an den öf-fentlichen berufsbildenden Schulen und an berufsbildenden Schulen in freier Trägerschaft angebotenen vollzeitschulischen Maßnahmen zur Berufsvorbereitung oder das Berufsgrundbildungsjahr sein.

Das Kollegium bittet das SMWA, die Ergebnisse der Evaluierung des Förderprogramms zur beruflichen Ausbildung zeitnah auszuwerten und Hinweise und Vorschläge zur Steigerung der Fördereffizienz in der nächsten Kollegiumssitzung vorzustellen.

Alle Unterzeichner verpflichten sich, die Ergebnisse der Maßnahmen gemeinsam öffentlich zu kommunizieren.

Dresden, 29. Juni 2004

Die Unterzeichner beschließen am 29. Juni 2004 die Vereinbarung
„Zukunft braucht Ausbildung“

Hartmut Paul
Vorsitzender des Kollegiums
Präsident der Industrie- und Handelskammer Dresden
Dr. Martin Gillo
Staatsminister
im Sächsischen Staatsministerium für Wirtschaft und Arbeit
Wolfgang Rühlig
Stellv. des Vorsitzenden des Kollegiums
Präsident der Handwerkskammer Chemnitz
Helma Orosz
Staatsministerin
im Sächsischen Staatsministerium für Soziales
Claus Dittrich
Präsident
der Handwerkskammer Dresden
Holger Martin
Ministerialdirigent
Sächsisches Staatsministerium für Kultus
Joachim Dirschka
Präsident
der Handwerkskammer zu Leipzig
Karl Peter Fuß
Vorsitzendes Mitglied der Geschäftsführung
Regionaldirektion Sachsen der Bundesagentur für Arbeit
Wolfgang Topf
Präsident
der Industrie- und Handelskammer zu Leipzig
Karl Noltze
Regierungspräsident
Regierungspräsidium Chemnitz
Michael Lohse
Präsident
der Industrie- und Handelskammer Süd-westsachsen
Iris Kloppich
Stellv. Landesbezirksvorsitzende
des DGB Sachsen
Dietrich Hamann
Präsident
des Gesamtverbandes des Sächsischen Handwerks
Wolfgang Anschütz
Landesbezirksleiter
der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft Landesbezirk Sachsen
Hans-Joachim Kraatz
Präsident
des Landesverbandes der Freien Berufe e.V.
Rita Henke MdL
Vorsitzende des Ausschusses für Schule,
Jugend und Sport des Landtags Sachsen
Prof. Dr. Dr. Frieder Sieber
Vizepräsident
der Vereinigung der Sächsischen Wirtschaft
Heinz Lehmann MdL
Vorsitzender des Ausschusses für Wirtschaft,
Arbeit und Technologie des Landtags Sachsen