| Presseinformation
Dresden, 31. Mai 1999
Verwerfungen auf dem Arbeitsmarkt nicht länger dulden!
Handwerk protestiert gegen zunehmend unlautere Konkurrenz durch kommunale
Beschäftigungsgesellschaften bzw. Eigenbetriebe
Angesichts einer zunehmenden Gefahr unlauterer Konkurrenz
durch kommunale Beschäftigungsgesellschaften bzw. Eigenbetriebe mit befristet
untergebrachten ABM-Kräften und Sozialhilfeempfängern hat der Sächsische Handwerkstag
den Appell an die Kommunen im Freistaat bekräftigt, stärker die Belange der Steuern und
Sozialabgaben zahlenden gewerblichen Unternehmen zu berücksichtigen.
Nach Auffassung der Dachorganisation des sächsischen
Handwerks ist nicht länger hinnehmbar, daß durch öffentlich geförderte Arbeit die
Wirkungsfelder der Privatwirtschaft drastisch beschnitten werden. Der Vorrang der
Auftragsvergabe an Wirtschaftsunternehmen muß konsequent beibehalten werden.
Nach Erkenntnissen des Handwerkstages gehen in Sachsen
Kommunen mehr und mehr dazu über, Aufträge wie Maler- und Reinigungsarbeiten an eigene
Beschäftigungsgesellschaften bzw. Eigenbetriebe statt an das Handwerk zu vergeben. Als
unrühmliches Beispiel gilt der "bfb Betrieb für Beschäftigungsförderung -
Eigenbetrieb der Stadt Leipzig", der mit seinen inzwischen ca. 6.500 Beschäftigten
wettbewerbswidrig das regionale Handwerk vom Markt verdrängt. Nach einem Bericht der
Leipziger Volkszeitung (31. Mai 1999) läßt die Leipziger ABM-Einrichtung jetzt aus
Steuergeldern sogar noch eine Schlachterei mit 8.000 Kilogramm Verarbeitungskapazität pro
Tag errichten. Dies ist planwirtschaftliche Politik zu Lasten der marktwirtschaftlich
tätigen Handwerksbetriebe.
Ziel der Politik auch auf kommunaler Ebene muß es sein, den
regulären ersten Arbeitsmarkt langfristig zu stärken. Zu diesem Zweck sollte der Bund
den finanziell schwach ausgestatteten ostdeutschen Kommunen mehr Geld für Investitionen,
z.B. für den Ausbau der Verkehrsinfrastruktur, zur Verfügung stellen. Auch so könnten
mehr Aufträge an gewerbliche Unternehmen vergeben werden.
Pressekontakt:
Sächsischer Handwerkstag
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit,
Frank Wetzel,
Telefon: 0351/4640 407
E-Mail: frank.wetzel@handwerkstag-sachsen.de |