| Presseinformation Schöneck/Vogtland, 8. Mai 1999
Handwerk fordert Rot-Grün zu politischer Kurskorrektur auf
Sächsischer Handwerkstag: Dringend notwendig sind wirtschafts- und
sozialpolitisch durchdachte Lösungen
Mit Blick auf eine zunehmende Verunsicherung im Mittelstand
hat der Sächsische Handwerkstag Bundesregierung und Bundestag zu einer nachhaltigen
Kurskorrektur in der Wirtschafts- und Sozialpolitik aufgefordert. "Die von Rot-Grün
bislang praktizierte Politik der unausgegorenen Schnellschüsse in der Gesetzgebung, die
immer wieder Nachbesserungen notwendig macht, muß rasch ein Ende haben", sagte
Präsident Wolfgang Rühlig am Sonnabend auf dem Innungsverbandstag der Karosserie- und
Fahrzeugbauer Sachsen im vogtländischen Schöneck. Notwendig seien "politisch
durchdachte" Lösungen, die letztlich auch dem arbeitsintensiven und
binnenmarktorientierten Wirtschaftsbereich Handwerk die zugesagten Entlastungen bringen.
Nach Einschätzung Rühligs fehlt es bislang noch immer an
klaren, verläßlichen Rahmenbedingungen, um die Wirtschaft wieder in Schwung zu bringen
und eine Trendwende am Arbeitsmarkt herbeizuführen. Neben einer Senkung der Kosten für
das sehr engmaschig geknüpfte soziale Netz sei insbesondere ein steuerliches
Gesamtkonzept vonnöten, "das die notwendigen Entlastungen und Belastungen zeitgleich
vornimmt und schließlich zu einer tatsächlichen Nettoentlastung auch der kleinen und
mittleren Unternehmen führt". Ziel des Handwerks sei es, die Unternehmensbelastung
für alle Unternehmensformen auf höchstens 35 % zu senken, das Gewerbesteueraufkommen
inbegriffen.
Würden diese Kernfragen gelöst, müsse man die
Anstrengungen nicht länger auf "Nebenkriegsschauplätze" konzentrieren, sagte
der Präsident. Als Beispiele dafür nannte er die "mit heißer Nadel gestrickten und
völlig unpraktikablen" Neuregelungen zu den 630-Mark-Jobs und zur
Scheinselbständigkeit, aber auch die Rücknahme der Reformansätze bei der
Lohnfortzahlung im Krankheitsfall sowie bei der Flexibilisierung des Kündigungsschutzes
durch die jetzige Regierungskoalition.
Als Dachorganisation vertritt der Sächsische Handwerkstag
die Interessen von nahezu 51.500 Handwerksbetrieben des Freistaates, in denen insgesamt
mehr als eine halbe Million Menschen beschäftigt sind. Damit sind in Sachsen rund ein
Drittel aller Handwerksunternehmen der neuen Bundesländer einschl. Berlin (Ost)
ansässig.
Pressekontakt:
Sächsischer Handwerkstag
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit,
Frank Wetzel,
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