Presseinformation
Dresden, 14. März 2003
Rumbasteln an der Handwerksordnung
wird dem Standort schaden
Regierungserklärung lässt den großen Wurf vermissen
Die mit Spannung erwartete Regierungserklärung des
Bundeskanzlers lässt wenig vom Mut zur Veränderung erkennen. „Die unter der
„Agenda 2010“ subsummierten Ankündigungen fügen sich nicht zu einem
schlüssigen, visionären Gesamtkonzept. Sie verstärken den Eindruck, dass die
Regierung den Herausforderungen der Zukunft orientierungslos
gegenübersteht“, so der Präsident des Sächsischen Handwerkstages, Joachim
Dirschka, in einer ersten Stellungnahme.
Gerade in Bezug auf die Senkung der Lohnnebenkosten ist
der große Befreiungsschlag nicht gelungen. Leichte Korrekturen an Leistungen
der Sozialversicherungen werden diese auf Dauer nicht stabilisieren.
Offensichtlich ignoriert die Regierung weiterhin, dass die demographische
Entwicklung einer durch Belastung des Faktors Arbeit finanzierten Rundum-
Versorgung entgegensteht.
Gänzlich auf den Holzweg befindet sich die Bundesregierung
mit ihrem Plan, die Bedeutung der Ausbildereignungsprüfung aufzuweichen und
Betriebe mit einer Ausbildungsabgabe zu belasten. Anstatt konstruktiv mit
dem Handwerk an der Modernisierung der Handwerksordnung und an der
Entwicklung von neuen Berufsbildern zu arbeiten, wird den Unternehmen mit
einer Zwangsabgabe gedroht.
Ebenso in die falsche Richtung gehen die Bestrebungen die
selbständige Aufnahme einer handwerklichen Tätigkeit vom Nachweis der
Zugangsqualifikation Meisterbrief zu entkoppeln. Der Große
Befähigungsnachweis als Gütesiegel für die handwerklichen und
betriebswirtschaftlichen Unternehmerkompetenzen garantiert die Stabilität
von Unternehmen und sichert die Qualität handwerklicher Produkte und
Dienstleistungen. Der Meisterbrief legt darüber hinaus die Voraussetzung für
die Qualität handwerklicher Ausbildung. Mit der geplanten Einführung eines
Zuganges für Gesellen mit 10jähriger Berufserfahrung wird dieses Element der
Attraktivität des Standortes Deutschland ad absurdum geführt.
Wo die potenziellen Existenzgründer ihre Aufträge
akquirieren sollen, bleibt angesichts der am Boden liegenden Binnennachfrage
nebulös. Der Frontalangriff auf den Großen Befähigungsnachweis täuscht
Reformwillen vor, während die heißen Eisen nicht konsequent nicht angepackt
werden. Sachsens Handwerkspräsident Dirschka erklärte dazu: „Wer die
Bedeutung des Meisterbriefes für die Quantität und Quantität der
Berufsausbildung nicht erkennt, der hat noch nicht begriffen, dass wir in
einer Wissensgesellschaft leben.“
Pressekontakt:
Sächsischer Handwerkstag
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Frank Wetzel,
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