Presseinformation
Dresden, 7. Juli 2010
Reformpläne:
„Vernünftiges Gesundheitsversicherungssystem“?
Verbitterung im personalintensiven Wirtschaftsbereich
Handwerk
wegen Beschlüssen der schwarz-gelben Regierungskoalition
Verbitterung und Enttäuschung im sächsischen Handwerk haben die
von Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) präsentierten
Beschlüsse der CDU/CSU-FDP-Regierung zur Reform des deutschen
Gesundheitswesens hervorgerufen. „Von einem ´vernünftigen
Gesundheitsversicherungssystem`, wie von Rösler zu Beginn seiner
Amtszeit versprochen, kann mit dem beschlossenen weiteren
Lohnnebenkostenanstieg keine Rede sein. Statt zu mehr Netto vom
Brutto sind wir jetzt auf dem Weg zu einer
Noch-weniger-Netto-vom-Brutto-Politik“, wie der Präsident des
Sächsischen Handwerkstages, Joachim Dirschka, am Mittwoch in Dresden
erklärte.
Die Erhöhung des allgemeinen Beitragssatzes auf 15,5 Prozent für
alle Versicherten belastet – wieder einmal – in erster Linie
Arbeitnehmer und Arbeitgeber. „Der von jeher in den meisten Branchen
sehr personalintensive Wirtschaftsbereich Handwerk habe besonders
schlechte Karten. Auch für absehbare Mehrausgaben infolge
demografischer Entwicklung und technisch-technologischer
Fortschritte im Gesundheitssektor werden vor allem Versicherte
bluten müssen“, sagte der Handwerkstag-Präsident. Eine große
Strukturreform, die Leistungsanbieter unter höheren Wettbewerbsdruck
setzt, scheine auch unter dieser Bundesregierung nicht machbar.
Aus Handwerkssicht dringend notwendig ist es, endlich die
Arbeitskosten von den Gesundheitskosten zu entkoppeln und wirksame
Instrumente zur Kostendämpfung einzuführen statt im Wesentlichen an
der Beitragsschraube zu drehen.
Als Landeshandwerksorganisation vertritt der Sächsische
Handwerkstag 58.700 Betriebe mit insgesamt rund 330.000
Beschäftigten. Damit ist etwa ein Drittel aller Handwerksbetriebe
der neuen Länder allein in Sachsen ansässig.
Pressekontakt:
Sächsischer Handwerkstag
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Frank Wetzel,
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