Presseinformation
Dresden, 23. November 2009
Schwarz-Gelb in Berlin und Dresden – Handwerk
optimistisch
Forderungen des Handwerks in Koalitionsverträgen aufgegriffen
/ Reformen bei der Einkommensteuer bleiben eine Kernforderung des
Handwerks
Das sächsische Handwerk ist angesichts der Regierungskoalitionen
von Schwarz-Gelb im Bund und im Land Sachsen optimistisch, dass
durch eine mittelstandsfreundlichere Politik Wachstum und
Beschäftigung neue Impulse erhalten. „Die Koalitionsverträge in
Berlin und Dresden, aber auch die entsprechenden
Regierungserklärungen sind eine gute Grundlage, die leistungsfähige
Mitte der Gesellschaft zu stärken.“ Das erklärte
Handwerkstag-Präsident Joachim Dirschka am Montag vor Journalisten
in Dresden.
Ein „guter Anfang“ ist aus Handwerkssicht das kürzlich
vorgestellte Wachstumsbeschleunigungsgesetz. Mit ihrer ersten
Gesetzesinitiative greife die CDU/CSU-FDP-Koalition in Berlin
erfreulicherweise auch Forderungen des Handwerks auf. So würden bei
der Unternehmensteuer und bei der Erbschaftsteuer Elemente
korrigiert, die sich in der aktuellen Krise als zusätzlich belastend
herausstellten. Zu begrüßen sei zudem, dass Entlastungen bei der
Einkommensteuer die Kaufkraft von privaten und gewerblichen
Haushalten bereits ab 1. Januar 2010 stärken werden. Hinzu komme die
ebenfalls von der Vorgänger-Regierung beschlossene Möglichkeit,
Krankenversicherungskosten steuerlich absetzen zu können.
„Darüber hinaus sind wir sehr froh über die Ankündigung der
Bundeskanzlerin, ab 2011 mit der Rückführung der `kalten
Progression´ und der Beseitigung des Mittelstandsbauchs einen
weiteren Wachstumsimpuls zu setzen“, sagte Dirschka. Nach Auffassung
des Handwerks müsse hierbei ein einfacher, niedriger und gerechter
Einkommensteuertarif das Ziel sein.
Unverständnis äußerte Dirschka zu Plänen, im Zuge des
Wachstumsbeschleunigungsgesetzes ab 2010 isoliert für
Beherbergungsleistungen den ermäßigten Mehrwertsteuersatz von sieben
Prozent einzuführen, obwohl die Umsatzsteuer von einer geplanten
Reformkommission komplex neu ausgerichtet werden soll. „Für uns
gehören in diese Debatte dann auch Dienstleister des Handwerks wie
etwa das Friseurgewerbe, das diesbezüglich seit Jahren eine
deutliche Entlastung anmahnt.“
Besonderes Augenmerk, so der Handwerkspräsident, muss die Politik
kurzfristig auf eine hinreichende Unternehmensfinanzierung legen,
zumal eine weitere Verschlechterung der Finanzierungsbedingungen
vieler Unternehmen absehbar sei.
Da Kreditinstitute kaum noch kurzfristige Betriebsmittelkredite
bereitstellten, sei zu befürchten, „dass künftig selbst
grundsätzlich gesunde Unternehmen wegen unzureichender Liquidität in
ihrer Existenz gefährdet werden.“ Daher appelliert das Handwerk an
die Politik, vor allem das Kredit- und Bürgschaftsprogramm – gerade
auch mit Blick auf Betriebsmittelfinanzierung – entsprechend
aufzuwerten.
„So sehr wir die Maßnahmen gutheißen, die Handwerk und
Mittelstand wieder mehr Luft zum Atmen lassen, so sehr vertrauen wir
zugleich darauf, dass sich die Regierenden in Berlin letztlich nur
Ziele setzen, die der Bund auch bezahlen kann“, äußerte der
Präsident. In diesem Sinne verstehe das Handwerk auch die Forderung
von Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) an die Berliner
Politik, Steuerentlastungen nicht auf Kosten der Länder zu
beschließen. – „Nicht zuletzt müssen wir uns bewusst sein, dass alle
krisenbedingten Schulden in den kommenden Jahren auch wieder getilgt
werden müssen.“
Als größte Landeshandwerksorganisation im Osten Deutschlands
vertritt der Sächsische Handwerkstag derzeit mehr als 58.000
Betriebe mit annähernd 330.000 Beschäftigten. Rund ein Drittel aller
Handwerksbetriebe der neuen Länder ist damit in Sachsen ansässig.
Pressekontakt:
Sächsischer Handwerkstag
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit,
Frank Wetzel,
Telefon: 0351/4640 510
Telefax: 0351/4640 511
E-Mail: frank.wetzel@handwerkstag-sachsen.de
Internet:
www.handwerkstag-sachsen.de |