Presseinformation
Dresden, 16. November 2009
Handwerk warnt vor Erhöhung der
Insolvenzgeldumlage
Sächsischer Handwerkstag: Pläne der Bundesregierung sind kein
Beitrag zur Entlastung von Unternehmen in Krisenzeiten
Offenkundige Pläne der Bundesregierung, wegen der zugenommenen
Firmenpleiten ab 2010 von solventen Unternehmen in Deutschland eine
höhere Insolvenzgeldumlage abzufordern, haben im sächsischen
Handwerk großes Unverständnis hervorgerufen. „Obwohl die neue
Bundesregierung in ihrem Koalitionsvertrag ausdrücklich festgehalten
hat, krisenbedingte Einnahmeausfälle für die Arbeitslosen- und die
Krankenversicherung aus Steuermitteln abzufangen, sollen jetzt
einseitig die Unternehmen zur Kasse gebeten werden“, wie
Handwerkstag-Präsident Joachim Dirschka am Montag in Dresden
erklärte.
Sollte die Umlage, wie per Verordnungsentwurf des
Bundesarbeitsministeriums vorgeschlagen, tatsächlich von 0,1 Prozent
der Bruttolohnsumme auf 0,41 Prozent erhöht werden, würden erheblich
mehr Mittel in den Topf der Bundesagentur für Arbeit gespült. Auf
diese Weise kämen ab 2010 z.B. auf ein Unternehmen mit zehn
Angestellten und einer monatlichen Bruttolohnsumme von 30.000 Euro
jährliche Mehrkosten von über 1.000 statt bisher 360 Euro zu. – Nach
eigenen Angaben will die Regierung mit der Vervierfachung der Umlage
die deutlich gestiegenen bzw. erwarteten Mehrausgaben beim
Insolvenzgeld kompensieren.
„Unsere Handwerker, die in der Krise zumeist ohnehin mit
Liquiditätsschwierigkeiten zu kämpfen haben, erwarten von der
Politik, dass derartige Mehrausgaben, wie bei den Banken,
konsequenterweise ebenfalls aus Steuermitteln finanziert werden“,
sagte Dirschka. Generell sei die geplante zusätzliche Belastung
kleiner und mittlerer Unternehmen weder hinnehmbar noch geeignet,
Wachstum und Beschäftigung im Mittelstand zu stimulieren.
Das Insolvenzgeld ist eine Lohnersatzleistung der Arbeitsagentur
und sichert im Insolvenzfall eines Unternehmens die Lohnzahlung an
Arbeitnehmer für drei Monate.
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